Zur Person

Doris Hörnig ist momentan noch die Einzige, die Aktivitäten im Rahmen unseres Vereins anbietet.

Sie ist eines der Gründungsmitglieder des Vereins „La Grâce“ und seine offizielle Vertreterin.

Bei Interesse oder Fragen zu den Aktivitäten des Vereins, können Sie sich gerne bei ihr melden.

Hier ihre Biographie in kurzen Stichpunkten:

  • Sie genoss eine musische Erziehung in einem kulturell interessierten und allgemein gebildeten Elternhaus (Chorteilnahme, Unterricht an der Musikschule).
  • Das Studium der Medizin absolvierte sie in Greifswald und Berlin (ehemalige DDR).
  • Schwierigkeiten im Beruf und mit der Gesellschaft ganz allgemein führten sie auf die Suche nach „dem Glück“ in alternative Lebensgemeinschaften/Kommunen, u.a. im Gers (Frankreich), wo sie seitdem lebt.
  • Körperliche Aktivitäten (Yoga, freier Tanz, Massagen) und Meditation (stille und dynamische) wurden Basisbestandteile ihres Lebens und sind es noch heute, um für Wohlbefinden und emotionale Stabilität zu sorgen.
  • Sie absolvierte die Ausbildung in Massage Sensitif bei deren Entwickler Claude Camilli an der Schule Infomeca in St. Gaudens
  • Die Tätigkeit als Praktizierende der Massage Sensitif und später des Sensiblen Berührens (auch genannt: Authentisches Berühren) ist eine ihrer Lieblingsaktivitäten und bildete lange Zeit ihre Lebensgrundlage.
  • Die dreijährige Ausbildung in Arttherapie bei Julia Huppert in der Nähe von Tarbes erweiterte ihre Palette im freien künstlerischen Ausdruck.
  • Seit 2010 kennt und liebt sie Biodanza, seit 2014 ist es ihre grosse Leidenschaft, der sie finanziell, zeitlich und emotional den grössten Raum in ihrem Leben einräumt. Sie absolvierte die ersten drei Jahre der Ausbildung zum Leiter für Biodanzagruppen an der ECBTO. Sie erlernte die Methodologie für die Biodanza-Erweiterung „Baum der Wünsche“.
  • Seit 2017 praktiziert sie auch Danse Contact Improvisation, einer weiteren wunderbaren Möglichkeit, um allein oder mit anderen zu tanzen und die Freiheit des eigenen körperlichen Ausdrucks in der Harmonie mit Partner(n) zur beiderseitigen Befriedigung zu erleben.

Doris erzählt ausführlich über ihr Leben und den Tanz darin:

Schon immer liebte ich Tanz – das Ausdrücken von Musik in Bewegung. Die wunderbare Kombination von Melodie, Harmonie und Rhythmus, die man gemeinhin Musik nennt, hat mich nie still gelassen. Wenn mehr nicht möglich war, so wiegte ich doch zumindest meinen Körper oder liess meine Füsse den Takt klopfen. Immer wieder wurde ich in Chören und Instrumentalgruppen, denen ich angehörte, zu mehr körperlicher Ruhe ermahnt: Es war mir unmöglich. Musik hören und sie körperlich ausdrücken zu wollen, zumindest ein ganz klein wenig, waren quasi eins.

Der Tanz ist mir jedoch nicht in die Wiege gelegt worden, denn wenngleich ich ihn schon immer liebte, heimlich Tanzsendungen im Fernsehen schaute (und das, obwohl ich ein eher braves Kind war …), alles, was nur irgendwie mit Tanzen zu tun hatte (Eiskunstlaufen, künstlerische Sportgymnastik, Ballett in allen Sparten) in mich aufsog, war meinen Eltern und also auch mir „klar“: „Doris kann nicht tanzen. Sie ist ja viel zu unsportlich, zu steif und ohne jegliche Anmut.“ Während meine Schulfreundinnen zum Ballettunterricht gingen, war ich in der Musikschule, um Instrumente zu erlernen – steif und unkreativ, und dennoch irgendwann auch da den inneren Kontakt zur Musik findend – und wann immer es sich einrichten liess, sass ich im Zuschauerraum des Ballettsaals und verfolgte neidisch die Bewegungen meiner Freundinnen in ihren Unterrichtsstunden.

Und es stimmte: Ich konnte nicht in Tanzschulen tanzen, auch nicht in der, die uns als Jugendlichen Walzer, Foxtrott u.ä. beibrachte. Mit Mühe behielt ich die Choreographien und leider blieb immer auch die Angst, meinem Partner zumindest auf die Füsse zu treten. In der Disko tanzte ich fast immer allein. Dann konnte ich wenigstens ohne Angst tanzen, was ich wollte. Okay, da blieb schon noch die Angst, negativ aufzufallen, weshalb ich mich den allgemeinen Bewegungsritualen schon auch anpasste. Und immer wieder, allein zu Hause, manchmal auch im Freien, packte es mich, berührte mich Musik so stark, dass ich sie in Bewegung umsetzen musste.

Als ich vor vielen Jahren einen Internet-Workshop zur Persönlichkeitsentfaltung absolvierte, wurde u.a. nach meinen Träumen, meinen tiefsten Träumen, gefragt. Ich war gerade wieder in unserer Küche um unseren Tisch herumgetanzt und noch bewegt von der tiefen Befriedigung, die ich dabei fühlte. Ich schrieb, zum ersten Mal in meinem Leben: „Ich will tanzen.“ Ich schrieb es, weil ich ehrlich sein wollte, aber nichts in mir (zumindest nicht in meinem bewussten Teil) glaubte an die Realisierbarkeit dieses Traumes. Und doch war Tanzen die tiefste, beständigste, befriedigendste Leidenschaft in meinem Leben, die sich schliesslich auch immer mehr in meinen Aktivitäten zeigte:

Im Jahre 2010 las ich das erste Mal von Biodanza, und ich wusste augenblicklich: Das ist es! Endlich hatte ich gefunden, wonach ich mich schon immer sehnte. Nicht nur allein im stillen Kämmerchen tanzen, sondern mit anderen, gleichgesinnten.

Damals gab es nur wenige Kurse und Ateliers. Es blieb also eine eher sporadische und seltene  Bekanntschaft, aber schon die ersten Vivencias zeigten mir, dass ich hier eine Heimstatt gefunden hatte. Ich brauchte dann noch einige Jahre, um mich von meinen finanziellen Ängsten und dem Einwand, nicht weit fahren zu „dürfen“ (Umwelt!), zu befreien, bis ich im November 2014 in meiner zukünftigen Biodanzaschule ein mich so stark berührendes Einweihungsritual für die neuen Schüler miterlebte, dass mir klar wurde: Das will ich auch!

Und ich habe es nicht bereut! Okay, auch dort hatte ich Krisen, Zeiten des Zweifels, aber letztendlich bin ich immer wieder zu meiner Schule und zum Biodanza zurückgekehrt.

Inzwischen habe ich auch den Danse Contact Improvisation für mich entdeckt, welcher das Bedürfnis nach Freiheit noch mehr befriedigt, dafür aber in der affektiven Seite längst nicht so stark ist wie Biodanza. Die beiden ergänzen sich also vorzüglich und stimmen absolut überein in der Aufforderung zur unbedingten Treue an den eigenen, inneren Bewegungsimpuls (im DCI ja sogar oft ohne Musik) und seinen Ausdruck. Was in der Disko noch unterirdisch und kaum zu erkennen war, nahm immer mehr seinen Lauf: Mir war egal, was man über meinen Tanz dachte …

Glück war nicht mehr nur, dass Andere meinen Tanz gut fanden, sondern dass ich mich dermassen stimmig zum Ausdruck brachte, dass es ein super gutes, inneres Gefühl ergab. (Heute weiss ich, dass das Eine zum Anderen gehört: Nur authentischer Tanz ist wirklich schön …)

Und das Verrückte war: Wenn ich tanzte, fühlte ich mich nie zu steif, zu grob, zu klotzig und welche Attribute noch alle meine Kindheit und auch die späteren Zeiten begleitet hatten. Die Harmonie zwischen der Musik, meinen inneren Empfindungen und dem künstlerischen Ausdruck übertrug sich auf meine Bewegungen und tut es immer noch und immer mehr.